{"id":1054,"date":"2018-01-02T08:56:21","date_gmt":"2018-01-02T07:56:21","guid":{"rendered":"http:\/\/tsvplattling.de\/?page_id=1054"},"modified":"2018-01-02T10:32:56","modified_gmt":"2018-01-02T09:32:56","slug":"karl-schweizer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tsvplattling.de\/index.php\/karl-schweizer-gedaechtnispreis\/karl-schweizer\/","title":{"rendered":"Karl Schweizer"},"content":{"rendered":"<p>Der 21. Dezember 1881 war eigentlich ein Tag wie jeder andere, doch stellte sich erst sp\u00e4ter heraus, dass an diesem Tag ein Mann geboren wurde, der f\u00fcr den Sport in der Isarstadt durch sein Beispiel nicht nur einen Meilenstein setzen sollte. Karl Schweizer, der in Liebe und Hochachtung \u201ePlattlings Turnvater\u201c genannt wurde und noch heute genannt wird, wenn jemand fragt, nach wem die Karl-Schweizer-Stra\u00dfe ihren Namen hat, war er es, der den Namen des ehemaligen Turnvereins, dem er lange Jahre als Vorstand angeh\u00f6rte, und der Stadt Plattling weit bekannt gemacht hat. Sogar um die Olympischen Spiele 1936 in Berlin hat sich der Lokomotivf\u00fchrer aus der Eisenbahnerstadt, in der er\u00a0 nicht einmal geboren war, verdient gemacht. Dass er f\u00fcr seine Verdienste anl\u00e4sslich seines 75. Geburtstages auch den Ehrenbrief der Stadt Plattling erhalten hat, ist nur die logische Schlussfolgerung, nachdem er von den Sportgremien schon viele Ehren erhalten hatte. Auf dem Kalteck steht auch ein Gedenkstein, an dem die Plattlinger Turn- und Sportvereinsmitglieder\u00a0 regelm\u00e4\u00dfig ihres \u201eTurnvaters\u201c gedenken.<\/p>\n<p>Karl Schweizer war kein Vereinsvorstand im \u00fcblichen Sinn, denn er hat noch bis in ein f\u00fcr einen Sportler hohes Alter allen gezeigt, wie man es macht. Er war ein vielseitiger Sportler, dessen Bet\u00e4tigungsgebiete von der Kraftathletik in jungen Jahren \u00fcber das Ger\u00e4teturnen bis zum Fu\u00df- und Handball reichten. Er war eigentlich das, was man heute von einem Funktion\u00e4r des Sports erwartet, vielseitige eigene Bet\u00e4tigung und Anregung f\u00fcr viele neue Dinge. Karl Schweizer konnte es allen vormachen und wenn er zu Fu\u00df mit seinen Freunden und sportlichen Rivalen zu Turnfesten wanderte, dachte er nicht gleich an Fahrtkostenzuschuss oder Startgeldbereitstellung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/tsvplattling.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/MEDIA_Karl_Schweizer.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1104\" src=\"http:\/\/tsvplattling.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/MEDIA_Karl_Schweizer-209x300.png\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tsvplattling.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/MEDIA_Karl_Schweizer-209x300.png 209w, https:\/\/www.tsvplattling.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/MEDIA_Karl_Schweizer-715x1024.png 715w, https:\/\/www.tsvplattling.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/MEDIA_Karl_Schweizer.png 721w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Karl Schweizer wurde am 21. Dezember 1881 in Ingolstadt geboren. Im Jahre 1905 kam er als Eisenbahner beruflich nach Plattling. Aus einer gl\u00fccklichen Ehe entstammten sein Sohn Karl, der ebenfalls ein sehr guter Sportler war (1940 im Krieg gefallen) und seine Tochter Lina, die noch lange Jahre nach seinem Tod im TSV Plattling einsatzfreudig und unerm\u00fcdlich das turnerische Erbe ihres Vaters erf\u00fcllte.<\/p>\n<p>Neben dem Zw\u00f6lfkampf im Ger\u00e4teturnen, wobei er zahlreiche Siege sowie hohe Anerkennung erntete, galt seine Liebe auch der Leichtathletik. Er war der Erste, der 1911 bei einer Turnveranstaltung in Vilsbiburg den Schleuderballwurf mit Drehung ausf\u00fchrte gegen\u00fcber dem damals \u00fcblichen geraden Wurf. Mit der Kugel und dem Stein wusste Schweizer gut umzugehen und er z\u00e4hlte lange Jahre zu den besten Leichtathleten Niederbayerns. Mit 43 Jahren kam er im Stabhochsprung der 3-Meter-Grenze sehr nahe, aber auch im Faustball, Ringen und Stemmen war er ma\u00dfgeblich an der Erringung von sch\u00f6nen Preisen und Meisterschaften beteiligt. Schon 1913 hatte er sich mit Fu\u00dfball und Handball aktiv besch\u00e4ftigt, er wurde auch 1920 zum Neugr\u00fcnder beider Abteilungen im TV Plattling 1891. Au\u00dferdem war er der Urheber der Schwimmabteilung im Verein. Karl Schweizer war viele Jahre Vorsitzender, Oberturnwart und Ehrenvorsitzender des Turnvereins in Plattling.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren all die vielen Siege und ehrenden Preise anzuf\u00fchren, die Schweizer in seiner jahrzehntelangen Sportlerlaufbahn erringen konnte. Es sei hier nur erw\u00e4hnt, dass er neben den zahlreichen Gau-, Bezirks- und bayerischen Turnfesten noch auf einigen deutschen Turnfesten vertreten war und unter anderem aus Frankfurt (1908), Leipzig (1913), M\u00fcnchen (1923), K\u00f6ln (1928), Stuttgart (1933), Breslau (1938) jeweils mit dem 11. bis 28. Preis im Ger\u00e4tezw\u00f6lfkampf oder im Dreikampf zur\u00fcckkam. Im Krieg (1914\/18) war er als Lokf\u00fchrer in Serbien. Dort konnte er im Jahre 1917\/18 die Balkanmeisterschaft im F\u00fcnfkampf erringen. 1936 bekam Karl Schweizer eine Erinnerungsmedaille f\u00fcr gute Mitarbeit bei den Olympischen Spielen in Berlin. Der schlichte Eichenkranz war seine gr\u00f6\u00dfte Freude.<\/p>\n<p>Karl Schweizer erhielt viele Ehrungen des Bayerischen Turnverbandes f\u00fcr treue Mitarbeit und gro\u00dfe Verdienste in der Turnerei. 1954 erhielt er die h\u00f6chste Auszeichnung des Bayerischen Turnverbandes, den Goldenen Ehrenbrief. Aber auch die h\u00f6chste Auszeichnung, die der Deutsche Turnerbund zu vergeben hat, wurde ihm zuteil. 1956 bekam Karl Schweizer in Kalteck die goldene Ehrennadel mit Urkunde des Deutschen Turnerbundes. Der Turngau Donau-Wald hat ihm zu Ehren einen Gedenkstein in Kalteck errichtet. Beim allj\u00e4hrlichen Bergturnfest wurde in fr\u00fcheren Jahren immer ein Karl-Schweizer-Ged\u00e4chtnispreis vergeben.<\/p>\n<p>Doch auch die Stadt Plattling ehrte den Turnvater mit dem Ehrenbrief, der folgenden Wortlaut hat: \u201e Der Stadtrat Plattling hat in seiner Sitzung vom 11. Dezember 1956 beschlossen, dem Ehrenvorsitzenden des Turnvereins Plattling, Herrn Karl Schweizer, zu seinem 75. Geburtstag diesen Ehrenbrief zu \u00fcberreichen, zum Zeichen der Anerkennung und des Dankes f\u00fcr die langj\u00e4hrige ehrenamtliche Betreuung der Turnerjugend unserer Stadt. Der Jubilar darf auf die vergangenen f\u00fcnf Jahrzehnte mit der Gewissheit zur\u00fcckblicken, dass seine T\u00e4tigkeit auf ein hohes sittliches Ziel ausgerichtet war, dem zu dienen er auch heute noch mit Erfolg bestrebt ist. Der Name \u201eTurnvater Schweizer\u201c ist in hiesiger Stadt ein Begriff geworden, auf den sein Tr\u00e4ger mit Recht stolz sein kann.\u201c<\/p>\n<p>Karl Schweizer ist am 9. April 1958 viel zu fr\u00fch verstorben.<\/p>\n<p>Die Karl-Schweizer-Stra\u00dfe tr\u00e4gt ihm zu Ehren seinen Namen. Dadurch lebt der Name weiter im TSV Plattling, in der Stadt und hoffentlich noch recht lange in den Herzen der Plattlinger Sportler. Anl\u00e4sslich seines 100. Geburtstages wurde durch seine Tochter Lina Schweizer erstmalig innerhalb des TSV Plattling im Rahmen der Weihnachtsfeier des TSV am 12. Dezember 1981 der Karl-Schweizer-Ged\u00e4chtnispreis, ein Preis f\u00fcr erfolgreiche Sportler\/-innen des TSV, vergeben*. Preistr\u00e4ger war Gerald Kammerl von der Abteilung Leichtathletik. Der Karl-Schweizer-Ged\u00e4chtnispreis in der Form wie er heute noch durch den TSV Plattling an seine erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler verliehen wird, ist erstmalig im Dezember 1984 im Rahmen der Ehrung des Sports des Stadtsportverbandes Plattling, damals noch im Sitzungssaal des Plattlinger Rathauses als Nachfolgepreis des Georg-Eckl-Ged\u00e4chtnispreises, gestiftet durch Lina Schweizer an den Leichtathleten Karl Hamberger verliehen worden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>* Im Jahre 1981 wurden sowohl Georg-Eckl-Ged\u00e4chtnispreis als auch Karl-Schweizer-Ged\u00e4chtnispreis verliehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: PNP vom 21. Dezember 1981<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 21. 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